Nach einjähriger Arbeitsphase ist das Mobilitätskonzept der Aktiv-Region Eider-Treene-Sorge fertig. Projektentwickler Henrik Sander stellte die Ergebnisse und Handlungsempfehlungen vor. Um die Umsetzung von Projekten in den Gemeinden zu begleiten, ist geplant ein Klimaschutzmanagement mit dem Schwerpunkt Mobilität einzurichten.

Mehr als 30 Bürgermeister sowie Vertreter der Amtsverwaltungen und Kreise trafen sich am Sitz der Eider-Treene-Sorge GmbH, um gemeinsam die Weichen für ein besseres Mobilitätsangebot im ländlichen Raum zu stellen. Vorangegangen war eine Phase der Bürgerbeteiligung mit zahlreichen Gesprächen sowohl mit Entscheidern als auch Endnutzern. Unter anderem tauschten sich die Planer um Henrik Sander vom Hamburger Büro „orange edge“ auf dem Regionaltag in Friedrichstadt mit Bürgern über deren Bedarfe aus. Zusammen mit einer Befragung zum Mobilitätsverhalten in den Gemeinden und Interviews mit Fachleuten auf den unterschiedlichen Planungsebenen ergab sich ein umfassendes Bild zur Situation in der Flusslandschaft.

Trotz der überdurchschnittlichen Nutzung des eigenen Pkw in der Region (91 Prozent) geht Sander davon aus, dass durch eine Veränderung der Mobilitätskultur (z.B. Carsharing, E-Bikes und Stärkung des ÖPNV) sowie technologische Lösungen (z.B. E-Mobilität und Power to Gas) eine signifikante Senkung der CO2-Emissionen erreicht werden kann. Es sei ein Minderungsziel von 31 Prozent bis 2030 und von 65 Prozent bis 2050 erreichbar, so Sander. Von zentraler Bedeutung sei dabei, so Sander weiter, dass der Schritt vom Konzept in die Umsetzung möglichst nahtlos folge. Zu diesem Zweck soll bei der Eider-Treene-Sorge GmbH eine Stelle für die Förderung klimafreundlicher Mobilität geschaffen werden.

Eine zentrale Aufgabe besteht in der Erprobung sogenannter Mobilitätsstationen. Diese Bushaltestellen der Zukunft sind je nach Bedarf mit Radabstellanlagen, Carsharing-Parkplatz, E-Ladesäule oder auch einer Mitfahrbank ausgestattet, um eine möglichst sinnvolle Ergänzung für den eigenen PKW zu bieten. Auf regionaler Ebene gilt es, die Nahverkehrs-Hauptachsen zu stärken. Ziel ist es, die Busse besser auszulasten, damit deren Taktzeit im Idealfall verringert werden kann. Geeignete Radabstellanlagen und -wege könnten etwa den Einzugsbereich von Haltestellen erweitern und mehr Menschen für das Busfahren gewinnen. Ebenso attraktiv ist für viele Gemeinden die Einrichtung eines Carsharing-Angebots nach dem Beispiel von Klixbüll, das dort ehrenamtlich organisiert wird. Für Zentralorte könnten auch professionelle Carsharing-Anbieter gewonnen werden, indem eine Grundauslastung durch lokale Unternehmen gewährleistet wird.

Das übergeordnete Ziel aller Einzelmaßnahmen bleibt die Reduktion der CO2-Emissionen in der ländlichen Region. Um es zu erreichen, müssen alle Akteure an einem Strang ziehe – deshalb gehört neben der Unterstützung der Gemeinden auch die Abstimmung mit den Kreisen und weiteren Zusammenschlüsse wie der Region Flensburg zu den zukünftigen Aufgaben. Sobald Rückmeldungen bezüglich einer Förderung durch die Nationale Klimaschutzinitiative und die AktivRegion, soll das Klimaschutzmanagement für die Flusslandschaft Eider-Treene-Sorge die Arbeit aufnehmen. Berater Henrik Sander sieht darin eine große Chance, eine Vorbildfunktion für andere Regionen zu übernehmen und forderte die Anwesenden auf: „Machen Sie die Eider-Treene-Sorge-Region zu einer Pilotregion im ländlichen Raum!“.

Bildunterschrift: Freuen sich über den erfolgreichen Abschluss des Mobilitätskonzeptes: Ralf Lange (Amt Kropp-Stapelholm), Hauke Klünder (ehem. ETS GmbH, Henrik Sander (orange edge), Birte Muhl und Stefan Ploog (Amt Kropp-Stapelholm), Karsten Jasper und Michael Helten (ETS GmbH).

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Nordfriesland, Germany

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