Nordfriesland. Nach einem langen Tauziehen um die zukünftige Finanzierung des Jugendcamps der Angler gibt es nun einen Hoffnungsschimmer. Doch der Reihe nach: Der Kreisanglerverband Nordfriesland führt seit 17 Jahren in jedem Sommer eine einwöchige Jugendmaßnahme durch, die bislang an verschiedenen Orten stattfand. War es im ersten Jahr Bunsoh am Nord-Ostsee-Kanal, so folgten später viele Jugendlager im Meldorfer Mielepark. Aber auch am Westensee vor den Toren Kiels waren die nordfriesischen Nachwuchsangler schon einmal zu Gast. Im Vorjahr fand das 16. Jugendcamp im ADS-Landschulheim in Ulsnis an der Schlei statt. Dann kam im gleichen Jahr plötzlich die Mitteilung vom Kreisjugendring Nordfriesland, man dürfe die ökologische Bildungsmaßnahme, die immer schon ein wichtiger Teil des Camps war, nicht mehr aus Landesmitteln bezuschussen, da dringend vorgeschrieben sei, dass die Maßnahme in den geografischen Grenzen des Landkreises Nordfriesland stattfinden müsse.

Von diesem Augenblick an war die Finanzierung des Jugendcamps in Frage gestellt. „Der Kreisanglerverband hat in den letzten drei Jahren über 6000 Euro an Eigenmitteln in die Jugendmaßnahme investiert. Auch wenn wir grundsätzlich der Auffassung sind, dass die Jugendarbeit eine der zentralen Aufgaben unseres Fachverbandes ist, können wir eine derart hohe Investition nicht fortlaufend verantworten. Deshalb hat unser Vorstand auch beschlossen, dass 2017 das letzte Camp stattfinden sollte, wenn nicht eine gesicherte Bezuschussung von außen erreicht werden kann“, sagte Verbandschef Jürgen Töllner zum Jahreswechsel.

Seitdem hat der Anglerverband einige Initiativen auf den Weg gebracht. Mit Unterstützung des Kreisjugendamtes beantragte er eine einmalige Bezuschussung des Jugendlagers 2016 mit 1000 Euro aus Mitteln, die der Jugendhilfeausschuss NF direkt vergeben kann. Gleichzeitig machten die Angler sich für eine Veränderung der Richtlinien stark: „Wir wollen ja gar keine Vergnügungsreisen in alle Welt öffentlich finanziert bekommen. Es geht es uns nur darum, dass unsere ehrenamtliche Arbeit für Kinder und Jugendlichen im Landkreis moderat unterstützt wird,“ sagt der Kreisverbandsjugendleiter André Carstensen. „Die Bindung der Bezuschussung an den Landkreis Nordfriesland hat uns von Anfang an große Probleme gemacht. Wir haben auf unserem Kreisgebiet einfach keine geeignete Einrichtung gefunden, in der wir unser Camp abhalten können. Denn es müssen von dort aus gute Angelgewässer möglichst ohne Fahrzeug erreichbar sein.

Wir brauchen Schlafplätze für 30-40 Personen und Stauräume für eine große Menge Angelgerät. Unterrichtsräume mit dem entsprechenden Equipment sind nötig, um die ökologische Bildungsmaßnahme durchführen zu können. Eine professionelle Küche zur Eigenversorgung der Gruppe ist erzieherisch von großem Vorteil. Ein Sportplatz für unsere Castingsportübungen und für Ballspiele ist sehr sinnvoll. Diese Bedingungen erfüllten bislang eigentlich nur die sozial-ökologische Bildungsstätte des Mieleparks und das ADS-Heim in Ulsnis. Und die liegen bekanntlich nicht in Nordfriesland , sondern auf dem Gebiet unserer Nachbarkreise“, fasst Töllner seine Erfahrungen zusammen. Am 26. Januar trat nun der Jugendhilfeausschuss des Kreises zusammen und befand über den Antrag des Anglerverbandes. Die SPD-Mitglieder im Ausschuss unter der Federführung von Jürgen Laage unterstützten den Antrag der Angler im Vorfelde genauso wie der Vorsitzende des Kreisjugendringes Andreas Kösling . Aber auch die anderen Mitglieder des Jugendhilfeausschusses konnten leicht von der guten Sache überzeugt werden und so kam es, dass der Ausschuss dem Kreisanglerverband eine einmalige Fördersumme von 1000 Euro zur Verfügung stellte, um die Investitionen bzw. Defizite für das vergangene Jahr abzufedern und die Zukunft dieser besonders förderungswürdigen ökologischen Bildungsmaßnahme zu sichern . Gleichzeitig wurde beschlossen , dass die Richtlinie der Bindung der Landesmittel an eine Durchführung der Maßnahme im Kreisgebiet zukünftig geändert werden soll und dann nicht mehr umgesetzt werden muss. Das bedeutet, dass sich die Angler vor allem die Bildungsmaßnahme wieder bezuschussen lassen können. Die Entscheidung des Jugendhilfeausschusses wurde vom Kreisanglerverband NF mit großem Dank aufgenommen. Das Jugendcamp 2017 kann vor dem Hintergrund dieser veränderten Rahmenbedingungen anlaufen: In diesem Jahr trifft man sich wieder im Meldorfer Mielepark. Dort kann dann in der Miele und im Meldorfer Hafen geangelt werden und man kann den Bolzplatz zum Fußballspielen nutzen. An einem Tag der Woche wird wieder das sportliche Werfen geübt- voraussichtlich sogar unter der fachkundigen Anleitung des ehemaligen Jugendvizeweltmeisters Jonas Töllner. Jörg Ovens wird einen Angelschultag mit den Teilnehmern durchführen. Das Freibad ist direkt um die Ecke und man kann jede Menge Gespräche mit Gleichaltrigen führen und natürlich auch viel Spaß haben. Auch der Fischereibiologe Martin Purps aus Kiel wird wieder dabei sein und Interessantes für das ökologische Lernen mitbringen.

Familien, die Hilfen zur Finanzierung der Teilnahme ihres Kindes benötigen, können sich vertraulich an den Kreisanglerverband wenden. Dieser bespricht dann die individuelle Förderung mit dem Kreisjugendamt. Genauere Informationen kann man auf der Webseite www.kav-nf.de des Kreisanglerverbandes finden. Wer Lust hat, an diesem Jugendcamp teilzunehmen, das in der Zeit vom 26. August bis 2. September stattfindet, kann sich ab sofort bei André Carstensen unter der Telefonnummer 0160-99179729 anmelden.

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Nordfriesland, Germany

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